SO VERMEIDEN BAUHERREN TEURE NACHBESSERUNGEN

20. Februar 2019 Aus Von RaumwerkVogler

Der Bau eines Hauses ist für die meisten privaten Bauherren eine aufregende Sache. Nur die wenigsten haben bereits Erfahrung – ein Eigenheim baut man schließlich nicht so oft im Leben. Das Abenteuer „Bauen“ fängt bereits mit der Suche nach einem geeigneten Grundstück an: Ausblick, Lage und Verkehrsanbindung müssen stimmen.

Woran jedoch längst nicht alle Bauherren spontan denken, ist die Bodenbeschaffenheit. Dabei ist der Aufbau des Bodens entscheidend für die spätere Stabilität des Fundaments und die Statik des Hauses.

Bauunternehmen schreiben in ihren Verträgen zudem häufig bestimmte Mindestvoraussetzungen vor, die der Baugrund erfüllen muss. Stellt sich später heraus, dass der Boden diesen Anforderungen nicht genügt, muss nachgebessert werden. Und das kann dann sehr schnell teuer werden.

Bernd Kasper|pixelino.de

Rechtlich gesehen ist der Baugrund nämlich ein vom Bauherren gelieferter Stoff im Sinne des § 645 (1) BGB und des § 4 Nr. 3 VOB/B. Das bedeutet konkret: Kann ein Bauunternehmen aufgrund eines ungeeigneten Bodens die Bauarbeiten nicht plangemäß ausführen, so fällt dies auf den Bauherren zurück. Denn es liegt in seiner Verantwortung, dem Bauunternehmen einen passenden Untergrund als „Arbeitsmaterial“ zu liefern. Ist dies nicht gegeben, muss der Bauherr die anfallenden Mehrkosten für Zusatzmaßnahmen selbst tragen. 

Besser ist es daher, bereits vor dem Gang zum Architekten oder zum Bauunternehmen ein Baugrundgutachten erstellen zu lassen.

Denn wenn allen, die an der Planung und Umsetzung eines Hausbaus beteiligt sind, frühzeitig genaue Informationen über den Baugrund des zu bauenden Hauses vorliegen, lassen sich notwendige Änderungen oder Zusatzmaßnahmen rechtzeitig durchführen.

Auch rechtlich sind Bauherren mit einem normgerecht ausgeführten Baugrundgutachten auf der sicheren Seite.

Der Inhalt eines Baugrundgutachtens 

Mit einer Baugrunduntersuchung erhalten Bauherren Informationen über folgende wichtige Punkte: 

– Tragfähigkeit und Setzungsverhalten des Bodens 
– Informationen zum Grundwasser, vor allem Grundwasserstand und Schwankungsbreiten 
– Bodenbedingte Maßnahmen bei der Bauausführung, zum Beispiel die notwendige Sicherung der Baugrube 

Wer es genau wissen will: Baugrundgutachten werden auf Grundlage der DIN 4020 Ausgabe 2003-09 erstellt. Dort sind Mess- und Kennwerte vorgeschrieben, die eine Beurteilung von Bodenpressungen, Bodenkennwerte, Gründungsmöglichkeiten und vom zu erwartenden Grundwasserstand ermöglichen. Die notwendigen Abdichtungsmaßnahmen, die in einem Baugrundgutachten aufgeführt werden, richten sich nach DIN 18195 Teil 1-6 Ausgabe 2000-08. 

Die Durchführung der Baugrunduntersuchung 

Mit Hilfe von Bohrungen werden Bodenproben entnommen. Im Zuge dieser Untersuchungen kann außerdem der aktuelle Grundwasserstand gemessen werden. Neben Bohrungen werden Sondierungen ausgeführt, häufig in Form einer Rammsondierung. Eine Rammsondierung erlaubt präzise Angaben zur Bodenfestigkeit. Aus den Sondierungsergebnissen und seinen regionalgeologischen Kenntnissen kann der Baugrundgutachter schließlich die zulässigen Belastungen des Bodens und die zu erwartenden Setzungen ermitteln.